Hafermilch: Der pflanzliche Kick für Veganer

Die so genannte „Hafermilch“ ist auf dem Vormarsch in deutschen Läden, doch was sollten wir über dieses Produkt wissen und was verbirgt sich dahinter? In diesem Beitrag erfährst du, welche Vorteile die pflanzliche Milchalternative bietet und wie du Hafermilch selbst zubereiten kannst.

Bei „Hafermilch“ handelt es sich in Wirklichkeit um einen veganen Ersatz für Milch, welcher aus entpelztem Hafer und Wasser gewonnen wird und in den deutschen Geschäften oft unter den Synonymen „Haferdrink“ oder „Hafergetränk“ zu finden ist, da die Bezeichnung Milch für nichttierische Produkte verboten ist.

Hafermilch besteht aus rein pflanzlichen Stoffen und enthält von Natur aus keine Laktose, daher ist sie für laktoseintollerante Menschen ebenso geeignet wie für Veganer. Aufpassen sollten jedoch Alle mit einer Glutenunverträglichkeit, da Hafermilch als Getreide, dieses Protein beinhaltet.

Hafer: Der Superstar der Getreidesorten

Anfänglich nur als Futtermittel für Tiere genutzt, bekam der Hafer schnell eine immer höhere Bedeutung in den modernen Küchen. Er ist sehr gesund und verfügt über eine äußerst nährstoffeiche Zusammensetzung. Komplexe Kohlenhydrate im Hafer sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren verhelfen dem Konsumenten zu einer guten Verdauung. Es ist bekannt das Speisen aus Hafer das Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes senken. Porige, Haferdrink und Co lassen den Blutzuckerspiegel nur leicht ansteigen und beugen so Heißhungerattacken vor.

Außerdem finden Sich viele wichtige Mineralstoffe, essentielle Aminosäuren, Spurenelemente und Vitamine in Haferkörnern und –Flocken, beispielhaft dafür sind Eisen, Zink, Folsäure, Vitamin E, B2, B6, Kuper, Natrium, Kalium, Calcium und Phosphor.

Wie wirkt Hafermilch auf den menschlichen Organismus?

Hafermilch ist nahrhafter als viele andere Milchersatzprodukte, Reis- oder Sojamilch sind energiearmer und trotzdem weist die Hafer-Alternative einen höheren Proteingehalt auf. Bei der industriellen Gewinnung von Hafermilch gehen viele Vitamine verloren, doch eine hohe Menge an Beta-Glucanen bleibt erhalten.

Dieser Glucose-Molekül-Zusammenschluss bringt viele positive Veränderungen für den menschlichen Organismus mit sich. Er sorgt für eine Senkung des Cholesterinspiegels und somit dem Risiko für Arteriosklerose, Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Hafermilch hilft dir bei einer gesunden Verdauung, da sich krankmachende Keime schwerer im Darm ansiedeln. Eine noch unbekanntere Wirkung ist die mögliche Tumor-Risiko-Verringerung.

Durch die enthaltene Stärke sind Haferdrinks besonders energiereich (rund 45kcal/100 ml), sie weisen außerdem deutlich weniger Fett als Kuhmilch auf (rund 1% Fett). Beachten solltest du allerdings, dass die in Hafermilch enthaltenen langsam verdaulichen Kohlenhydrate im Gärungsprozess in Zucker umgewandelt werden. Haferdrinks weisen im Schnitt einen mit Cola vergleichbaren Zuckergehalt auf und sollten deshalb nicht als Durchlöscher, sondern als Genussmittel und in bemessenen Mengen zur Nahrungsmittelbereitung gebraucht werden.

Nachteile und Risiken von industriell gefertigten Haferdrinks

Das größte Problem bei industriell hergestellten Haferdrinks ist der Verlust vieler Nährstoffe durch Pasteurisierung, infolge der hitzebedingt längeren Haltbarkeit verliert das Getränk viele seiner positiven Eigenschaften. Bei der Verarbeitung wird die im Hafer enthaltene Stärke durch zusätzlich hinzugefügte Enzyme in Monosaccharide, umgangssprachlich Zucker, umgewandelt. Diese Enzyme erden jedoch oftmals nicht auf der Verpackung angegeben, da gesetzlich geregelte Verarbeitungsstoffe nicht zwingend sichtbar gemacht werden müssen.

Deshalb solltest du beachten, dass die Bezeichnungen „ungesüßt“ und „ohne Zuckerzusatz“ nicht gleichzusetzen sind mit dem natürlichen Zuckergehalt. Dieser beträgt im Hafer etwa 0,7g pro 100g, in industriell gefertigten Haferdrinks steigt der Anteil an Zucker allerdings schnell auf 3-5g pro 100ml. Außerdem wird der Hafermilch oft Öl als Emulgator hinzugefügt, um sie besonders cremig zu machen.

Daher empfehlen wir dir auf unnötige Zusatzstoffe zu verzichten und dir deine Hafermilch einfach selber herzustellen.

Hafermilch selber machen ist einfach

Im Folgenden haben wir ein Grundrezept für Hafermilch für dich zusammengestellt, welches durch das Variieren der Wassermenge ganz leicht in seiner Dickflüssigkeit angepasst wird und mit Gewürzen und Süßungsmitteln verfeinert werden kann.

Nimm als Grundlage einen Liter Wasser, 100g feine Haferflocken und etwas Salz.

Bringe das Wasser zum Kochen und füge die Haferflocken und das Salz hinzu, nach kurzem Köcheln unter anhaltendem Rühren, kannst du den Topf vom Herd nehmen und die Mischung abkühlen lassen. 

Nun werden die Haferflocken gut püriert bis keine oder nur noch sehr feine Stückchen übriggeblieben sind. Mit einen Nussbeutel oder einem feinmaschiges Leinentuch kannst du anschließend die Haferflocken auspressen, bis keine Flüssigkeit mehr enthalten ist.

Die entstandene Hafermilch kannst du jetzt nach deinen Vorlieben mit Zimt, Trockenfrüchten oder Zucker verfeinern und luftdicht verschlossen im Kühlschrank bis zu drei Tage aufbewahren.

Um den Resthafer nicht weg zu schmeißen, kannst du diesen stattdessen rösten und als Verfeinerung für Müsli und Nachtische verwenden oder in noch feuchten Zustand zu Brotteigen hinzufügen, dafür einfach die entsprechende Menge Mehl durch den Hafer ersetzen.

Hafermilch lässt sich auf vielfältige Art und Weise zum Kochen und Backen verwenden und eignet sich besonders gut für heiße und kalte Mixgetränke, da sie über eine hervorragende Schaumbildung verfügt. Sie ist eine geschmacksneutrale Milchersatzvariante und weist, je nach persönlichem Empfinden eine leichte Getreidenote auf. Besonders gut schmeckt Hafermilch mit unserem VegiFEEL Vegan Protein-Pulver, welches dir einen Extrakick an Eiweißen bietet und in zwei verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich ist. Probiere doch auch mal einen Bananen Eiweiß Shake mit Haferdrink. In der Rubrik vegane Sporternährungs-Rezepte findest du neben dem leckeren Shake noch viele weitere gesunde vegane Ideen zum selberkochen und backen.

Tipps für den Hafermilchkauf

Falls du trotzdem auf Industriell gefertigte Haferdrinks zurückgreifen willst, haben wir hier ein paar Hinweise für dich zusammengetragen.

Hafermilch ist mittlerweile in allen Reformhäusern, Drogerien mit Lebensmittelabteilungen, Biomärkten, fast allen großen Supermärkten und natürlich im Internet erhältlich. Einige der bekanntesten Hersteller sind; Alnatura, Kölln, Joya, Oatly, Natumi, Berief und Vita Quell, allerdings haben viele Drogerien und Supermärkte auch Hafermilch der Eigenmarke im Sortiment, achte beim Kauf dieser stets auf ein Biosiegel.

Zur Kontrolle finden sich auf allen Verpackungen das Herkunfts- und Produktionsland, sowie die Auflistung aller Zusatzstoffe, Emulgatoren und Stabilisatoren. Um eine besonders gesunde Hafermilch auszuwählen, solltest du schauen in welchen Produkten die wenigstens Zusatzstoffe enthalten sind.

Hafermilch schreckt momentan noch viele Käufer durch die Einkaufskosten ab, welche mit 1,20 Euro bis 2,50 Euro pro Liter im höheren Preissegment angesiedelt sind.

Die Nachhaltigkeit von Hafermilch

Hafer wird als Kulturpflanze seit etwa 3.000 Jahren angebaut und ist heute in ganz Europa verbreitet. Er wird in der EU genfrei angebaut und Hafermilch industriell zum Großteil aus biologisch gewonnenen Haferkörnern hergestellt. Kurze Transportwege und eine regionale Verarbeitung sind demnach möglich.

Allerdings werden einige Haferdrinks aus dem Ausland importiert, „Oatly“ beispielsweise wird in Schweden hergestellt und anschließend in Läden in ganz Europa und auf dem digitalen Weg verkauft. Auch die Verpackung der Hafermilchprodukte ist derzeit noch problematisch in der Nachhaltigkeit, da sie ein hohes Müllaufkommen fördert.

Unser Fazit zur Hafermilch

Hafermilch ist für alle Vegetarier und Menschen mit Lactose-Unverträglichkeit eine gesunde Milchersatz-Alternative. Beim Einkauf solltest du allerdings darauf achten, dass der Hersteller von Zusatzstoffen absieht. Auf Grund des verhältnismäßig teuren Preises ist diese Milchersatzalternative nicht so weit verbreitet wie beispielsweise Sojamilch.

Haferdrinks sollten als Genussmittel und in Maßen konsumiert werden und bilden für Jeden der auf Milchprodukte verzichten will eine nährstoffreiche Alternative. Am gesündesten konsumieren sie selbstgemachte Hafermilch, welche sich hervorragen zum Backen und Kochen, zur Kaffeespezialitäten-Zubereitung und zum Anrühren von Eiweiß-Shakes eignet.