Interview mit Patrik Baboumian Teil 3
Fragen zur veganen Sporternährung im Interview mit Patrik Baboumian

Gibst du Seminare bzw. kann man dich für Seminare buchen?

Ja, das ist möglich. Kontaktiert mich dazu entweder über meine Social Media Kanäle oder einfach über meinen Onlineshop. Füllt z.B. das Kontaktformular aus und dann können wir das gerne aushandeln. Es ist also grundsätzlich möglich, mich irgendwo hin einzuladen und z.B. für einen Vortrag zu buchen.

Warst du, als du angefangen hast schon so kräftig und breit gebaut, wie jetzt? Oder hast du als „Normalsterblicher“ mit dem Sport angefangen?

Ich habe im Alter von 14 Jahren mit dem Kraftsport angefangen. Natürlich war ich mit 14 genauso normal gebaut, wie jeder normale 14-Jährige auch. Ich habe 60 Kilo gewogen. Über die Zeit habe ich dann relativ schnell zugenommen, was auch damit zu tun hatte, dass man mit 14 in die Pubertät kommt und deshalb sowieso meist kräftiger wird. Dazu kam bei mir und meinem Trainingspartner dann noch das Training und gigantische Kalorienmengen, die wir zu uns genommen haben. Dadurch habe ich in etwa anderthalb Jahren 30 Kilo zugenommen. 90 Kilo Körpergewicht war dann schon recht kräftig.

Hast du einen Trainings- und Ernährungsplan für Anfänger zum Muskelaufbau?

Die Beantwortung der Frage kann ich in diesem Video nicht leisten, da es vom Umfang her einfach zu viel ist. Hier kann ich euch eigentlich nur empfehlen: Schaut euch meine 2 Bücher an!

Mein zweites Buch „Funktionelles Krafttraining für Helden“ beschäftigt sich ausführlich mit Training. Hier werden zuerst wichtige Grundbegriffe erklärt, sodass Anfänger auch ohne Vorwissen damit weiterkommen. Gleichzeitig habe ich darauf geachtet, dass eben auch Leute die erfahrener sind, etwas von dem Buch haben. Es ist also insgesamt sehr umfassend aber trotzdem so verständlich erklärt, dass Anfänger direkt loslegen können.

Außerdem gibt es da noch das zweite Buch bzw. eigentlich ist es das Erste: In dem Buch „Vegan ganz anders“, das ich mit meiner lieben Frau zusammen geschrieben habe, erzählen wir euch etwas über Ernährung. Wenn es also um solche umfangreicheren Fragen geht, schaut euch einfach mal unsere Bücher an. 

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In deinem ersten Buch empfiehlst du 2-3h vorm Krafttraining keine Kohlenhydrate mehr zu sich zu nehmen. Was kann man dann eigentlich noch essen (an pflanzlicher Nahrung)?

Das ist eine berechtigte Frage, weil viele pflanzliche Proteinquellen, die man vielleicht wählen würde auch gleichzeitig Kohlenhydrate enthalten. Das trifft nicht auf alle zu, aber meistens ist es so. Wenn man innerhalb der 2-3 Stunden unbedingt etwas „Festes“ essen will, dann könnte man so etwas wie Texturiertes Soja, Soja Schnitzel oder Ähnliches essen. Das wäre theoretisch schon möglich, ich würde es aber nicht unbedingt empfehlen.

Was ich mache ist, dass ich in diesen Stunden einfach nichts mehr esse. Meine letzte feste Mahlzeit ist 2-3 Stunden vorm Training, danach esse ich nichts mehr. Direkt vorm Training trinke ich dann noch einen veganen Eiweißshake. Ich will nicht mit vollem Magen ins Training gehen. Ein kleiner Proteinshake belastet dich nicht und sorgt eben gleichzeitig dafür, dass du die Proteinversorgung über das Training auch aufrechterhalten kannst. So mach ich es.

Sind Leinsamen bzw. ist Leinöl aufgrund der Blausäure giftig?

Blausäure ist tatsächlich ein Faktor bei Leinsamen. In der Regel würde man jedoch nicht auf die Idee kommen, gigantische Mengen an Leinsamen zu sich zu nehmen. Warum? Weil man ab einer bestimmten Menge Verdauungsprobleme bekommt. Hier wird z.B. von maximal 20 g geredet. Ich würde niemandem empfehlen, mehr als 20 g zu verwenden.

Leinsamen sind im Übrigen ja auch nicht vergleichbar mit bspw. Haferflocken, von denen man auch mal 100 g oder so zu sich nimmt, sondern es ist einfach eine relativ fettreiche Quelle. Außerdem ist es eine Quelle, die zusätzlich noch quillt, dementsprechend würde man sowieso keine größeren Mengen zu sich nehmen. Wenn man unter 20 g bleibt, dann ist das auch kein Problem, auch nicht, was die Blausäure angeht.

Beim Leinöl kann man bezüglich der Blausäure auch beim Hersteller nachfragen oder einfach mal nach einer konkreten Angabe auf dem Öl suchen. In der Regel wird der Hersteller darauf achten, den Blausäuregehalt des Leinöls generell niedrig zu halten.

D.h. also auch hier gilt das Gleiche: über 20 g würde ich niemals gehen. Wenn man in dem Bereich bleibt, wo man keine Probleme mit der Verdauung bekommt, dürfte man eigentlich auch keine Probleme mit der Blausäure bekommen. Ausgenommen, man ist besonders empfindlich gegen Blausäure oder hat eine Allergie. Da viele andere Nahrungsmittel ebenso Blausäure enthalten, weiß man dann aber schon vorher, was man vermeiden sollte.